Unsere Orgel

Die Orgel

Aus der alten Kirche wurde auch die Orgel ein Werk mit 579 Pfeifen in 11 Registern, übernommen.

Sie war bis 1744 von einem in Euba geborenen Orgelbauer namens Johann Christoph Oesterreich (1706-1766) gebaut worden. Vor Abriß der alten Kirche hatte, wie Kantor Gerlach ermittelte, “ein Orgelbauer aus dem Voigtlande” die Orgel ausgebaut. Als es um den Wiederaufbau der Orgel ging, passierte es ihm wie einem Kind, das ein Aufziehwerk auseinandergenommen hat: Er brachte es nicht wieder zusammen und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Noch im gleichen Jahr machte sich der Tischler Rothe aus Gablenz an das Zusammenbauen des Orgelwerkes und brachte zuwege, was der Orgelbauer nicht vermochte.

Diese Orgel, für eine kleine Kirche wie die Kirchen von Adelsberg, Kleinolbersdorf oder Reichenhain gebaut, war für die große Saalkirche viel zu klein. Aber das Geld fehlte. Auch1898 hatte man sich so übernommen, dass noch Pfarrer Zill an der Verschuldung der Kirchgemeinde litt.

Die Emporen waren über hundert Jahre lang ohne Anstrich. Erst um die Jahrhundertwende bekamen sie ihren ersten Farbauftrag. Als dann endlich die Zeit kam, wo man an den Bau einer größeren Orgel denken konnte, begann ein zähes Ringen durch den Weltkrieg hindurch mit Pfeifen abliefern und Inflation. Pfarrer Johannes Zill und Kantor Friedrich Wolf haben gegen den Widerstand der wirtschaftlichen Lage, des Landeskirchenamtes und der Denkmalpflege um den Bau einer neuen Orgel gekämpft. Das Landeskirchenamt forderte die Einsparung von einem Fünftel der veranschlagten Summe, vier Jahre später von noch einem weiteren Fünftel, d.h. ein Viertel der verbliebenen Restsumme. Dann als die Arbeiten begannen, schlug das Landesdenkmalamt Dresden zu und forderte den Erhalt des Orgelprospektes der kleinen Orgel für die größere. Trotz dieser Schikanen hat die Firma Hermann Eule, die den Auftrag übernommen hatte, innerhalb eines Jahres die Orgel gebaut. Das Gehäuse musste allerdings etwas nach rechts und links erweitert werden. Auch nach oben musste der Prospekt vergrößert werden. Und vor allem der Gang hinter der Orgel, durch den einst die Gemeinde die Emporen betrat, musste geopfert werden. Möglicherweise ist damals aus diesem Grunde der Bogen hinter der Orgel entstanden, der die Turmwand hinter der Orgel um dreißig Zentimeter dünner machte. Die obere Empore wurde förmlich durchgesägt, um Platz zu gewinnen für die neue Orgel, die heute noch zu Gottes Ehre jubiliert .

Die Orgel wurde in der damals modernen elektromagnetischen Traktur gebaut, d.h.: Der Befehl, der von der Tastatur ausgeht, wird durch Elektrokontakte und Relais weitergegeben und realisiert; die Laden öffnen sich pneumatisch. Das hat den Nachteil, dass Feuchtigkeit, Kalte und Warme, Rost, Spannungsschwankungen u. dergI. machen, dass Töne nicht klingen oder dass sie nicht ausklingen, also heulen. Aber der Vorteil ist, dass bei dieser Orgel Kantoren keine Schwerarbeiterzulage brauchen.Klanglich entspricht diese Orgel dem Ideal der dreißiger Jahre. Noch ist Albert Schweitzers Silbermannorgel-Ideal nicht in Geltung, für das sich die Orgelbaufirma Eule so erfolgreich eingesetzt hat.

Die Orgel hat nun 22 Register, also etwa 1200 Pfeifen.

Sie wurde neun Tage nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges, am 10. September 1939, in der Kirche montiert.

Am 8. Oktober 1939 wurde sie geweiht, wo Kantor Wolf an der Orgel saß. Große Verdienste hat Kantor Gerlach für die Pflege und den Erhalt dieser Orgel. Noch in den letzten Jahre er Durchsichten und kleine Reparaturen vor. Einmal hat er sie sogar völlig auseinandergenommen, gereinigt und repariert.

Seit 1994 war Frau Jutta Schulze unsere Kantorin und Organistin. Aus diesem Grunde wurde die Orgel für 3000 DM gründlich durchgesehen und gestimmt. In den nächsten Jahrzehnten wird wohl ein völliger Umbau erfolgen, der einem Neubau gleichen wird, hoffentlich unter Erhalt der Pfeifen und der Register. Derzeit ist die Orgel nicht mehr bespielbar.

Der Orgelprospekt wurde im Jahr 2005 äußerlich restauriert. Für das Orgelwerk fehlt bis jetzt das Geld.

 

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