Unsere Kirchgemeinde

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Andacht

Es ist (k)ein Wunder,

… dass, wenn die Tage dunkler, kühler und kürzer werden im Jahr, sich die christliche Gemeindetheologie und Tradition darauf festgelegt hat: Es ist genau die richtige Zeit, wenn alles stiller und vieles in seiner Vergänglichkeit karger wird, die Gedanken in den Mittelpunkt zu rücken, es braucht einen neuen Anfang, eine Zukunft, eine Hoffnung auf Veränderung und dass Neues möglich wird auch bei mir selbst.

Wenn die exakten Wissenschaftler (Historiker und Theologen) nicht exakt berechnen können, wann Jesus geboren wurde, ist diese Zeit im europäischen Winter (astronomisch und metereologisch) genau die richtige Zeit.
Wir empfinden, dass es jetzt noch nicht das Ende sein kann. Wir haben eine Sehnsucht, eine Hoffnung, einen Traum. Und wir erleben auch heute oft gleichzeitig, dass vieles im Leben mit Abschiednehmen verbunden ist. Davon und von der unbeherrschbaren Fülle an Ereignissen und Eindrücken sind wir gerade in diesen trüben Tagen sehr bedrückt oder überfordert. Darum ist wirklich menschlich verständlich unser Wunsch auch so unstillbar groß, es möchte besser, anders, lebensbejahender werden in dieser Welt, in unserem Leben.

Auch wenn es in der Kirche vom 4. bis zum 8. Jahrhundert gebraucht hat, dieser Sehnsucht in der Glaubenspraxis und Theologie eine zeitlichen Raum und Platz zu geben. Die Wahrheit ist, dass leider der Geburtstermin Jesu nicht mit wirklicher exakter Sicherheit zu bestimmen ist, weil er den frühen Gemeinden als Datum nicht so wichtig war und daher auch nicht überliefert wurde. Aber genau in dem Gefühl und Erleben begründet, dass die Welt aus dem Gleichgewicht gerät, wenn Gott nicht seine Ordnung bewahrend, verwandelnd und erneuernd der Schöpfung, den Menschen und dem Leben neu einhaucht und ihnen begegnen lässt, setzte sich beharrlich dieser Termin des Neuanfanges in der christlichen Gemeinde durch.

Wenn es einen göttlichen Anfangs- und Wendepunkt in der Geschichte der Welt gibt, der sich an der Person und Lebensgeschichte Jesu festmachen lässt, dann ist es der Augenblick, an dem Jesus zur und in die Welt kommt. Darüber wurden sich die Christen einig und überzeugten damit sogar Nichtchristen und auch Zweifler in den eigenen Reihen. Christgeburt ist der Termin in der Geschichte, an dem Gott selbst die Schöpfung und alle Geschöpfe neu berührt, sie zum Guten wandelt und verändert. Es ist das Datum an dem das Leben wieder ins Lot und Gleichgewicht kommen kann. Und das hatten und haben die Menschen so sehr nötig. Das spüren wir auch heute, wenn in der Advents- und Weihnachtszeit Christen genauso wie Nichtchristen diese Tage und das Fest vorbereiten und dann feiern. So wird die Geburt des Gottessohnes gleichsam wie zum Geburtstag (Neugeburt) jedes Menschen. ER berührt heilsam und lebensspendend jeden Menschen, damit die Welt und das Leben eine Chance hat, in Ordnung und in‘s Gleichgewicht zu kommen, auf dass sie nicht zerbricht und im Zeitgeist zerstiebt oder in Ängsten und Nöten untergeht. Es ist das Wunder Gottes, welches uns rettet und heil werden lässt.

Ich wünsche uns allen und Ihnen ganz persönlich auch im Namen aller KirchvorsteherInnen und MitarbeiterInnen eine gesegnete und besinnliche Zeit

Ihr Pfarrer Johannes Käßler