Unsere Kirchgemeinde

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Andacht

Gesät und geerntet

Der Herbst ist nahe und das Erntedankfest steht kurz bevor. An jenem Sonntag erinnern wir Christen uns an die enge Verbindung von Mensch und Natur. Erntedank ist eine Zeit der Anbetung des Schöpfers, der die Ernte hervorbringt. Wir danken Gott für alle Früchte, die er uns auch in diesem Jahr geschenkt hat.
In dieser Dankbarkeit erkennen wir, dass sich hinter allen Dingen eine Hand verbirgt, die daran arbeitet, dass es uns Menschen gut geht. Trotz aller Naturkatastrophen finden wir in einer Zusage Gottes eine bleibende Hoffnung: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ (1. Mose 8,22). Unser Schöpfer hat Gesetze aufgestellt, nach denen die Natur arbeitet. Der Regen wird die Erde immer wieder neu benetzen und Samenkörner zum Sprießen bringen. Der natürliche Kreislauf von Wachsen und Vergehen wird nicht aufhören.

In der Bibel wird oft von Aussaat und Ernte erzählt. Von Landwirten, die für gewöhnlich frühmorgens aufstehen und spätabends zu Bett gehen, um das Land mit viel Mühe zu bearbeiten. Sie hoffen und warten auf eine optimale Ernte.
Aus den Merkmalen dieser körperlichen Tätigkeit eines Landwirts ergeben sich auch für uns praktische Aspekte für unser geistiges Leben.

„Was der Mensch sät, das wird er ernten“ (Gal 6,7). Es gibt keine höhere Philosophie hinter diesem Prinzip. Es ist einfach und klar. Jeden Herbst ernten wir, was wir im Frühjahr gesät haben. Der Bauer weiß genau, warum er versucht, sein wertvollstes Saatgut auf ein fruchtbares Land zum richtigen Zeitpunkt auszubringen. Genauso sollten auch wir Christen wissen, was wir in unserer Seele und in die der anderen Menschen aussäen. „Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?“ (Mt 7,16), fragt Jesus in der Bergpredigt.
Ein bekanntes Sprichwort erklärt seine rhetorische Frage so: „Säst du einen Gedanken, erntest du eine Tat. Säst du eine Tat, erntest du eine Gewohnheit. Säst du eine Gewohnheit, erntest du einen Charakter. Säst du einen Charakter, erntest du dein Schicksal.“
Jesu Worte rufen uns dazu auf, über unsere Lebensführung im Kontext unserer Zeit nachzudenken und zu überprüfen, welche Werte wir in uns selbst und andere investieren.

Eine gesegnete Herbstzeit wünscht Ihnen
Ihr Vikar Matthias Müller